Neben bekannten und überlaufenen Wegen und Gipfeln hat das Dachsteinmassiv auch wunderschöne einsame Touren zu bieten.

Der Kufstein liegt am südostlichen Rand des Dachsteinplateaus. Mit seinen 2049 m zählt er auch nicht zu den höchsten Gipfeln. Er ist aber für ausdauernde Wanderer leicht zu besteigen und bietet eine gigantische Aussicht. Nicht weit davon liegt die Grafenbergalm. Sie hat durch den hütenden Dichter (oder dichtenden Hirten) Bodo Hell eine gewisse Berühmtheit erlangt.

Es gibt mehrere Möglichkeiten für den Anstieg. Ich beschreibe den Weg ausgehend vom ehemalige Gasthof Burgstaller zwischen Weißenbach und der Lodenwalke. Der gut markierte Wanderweg führt zunächst durch dichten Wald zügig bergauf. Immer wieder kreuzt er eine Forststraße (s. auch Variante!). Allmählich wird das Gelände steiler und der Wald lichter. Unterhalb der Gsengwand treffen wir noch einmal auf die Forststraße. Diese endet hier.

Der Weg umgeht dann die schroffe Gsengwand in einem Bogen und bald erreichen wir die Hütten der Stornalm. Im Sommer weiden hier und weiter hinauf zur Luserwand Schafe und Rinder. Ein Bankerl bei den Almhütten lädt ein zum Rasten und Schauen. Man sieht gut hinunter ins Ennstal und auf die Niederen Tauern. Auch unser Gipfelziel, der Kufstein mit seinem mächtigen Kreuz, ist im Norden bereits zu sehen.

Über Almflächen und zwischen Latschenfeldern führt der Weg weiter auf den Kufstein. Hier sollte man sich ausreichend Zeit nehmen, um das beeindruckende 360°-Panorama zu genießen! Bei klarer Sicht reicht der Blick von den Gesäusebergen über die Niederen Tauern bis zu den Hohen Tauern mit dem Großglockner. Auf der anderen Seite zeigen sich der Dachstein, Krippenstein, Großer Priel und Grimming, um nur die bekannteren Gipfel zu nennen.

Voll von diesen Eindrücken tauchen wir am weiteren Weg in die bizarre Landschaft „Am Stein“ ein. Zwischen Latschen und Zirben wandern wir hinunter zur Grafenbergalm. Das Almvieh und einige Ziegen werden seit vielen Jahren vom Dichter Bodo Hell gehütet.

Von der Grafenbergalm führen Wege in mehrere Richtungen. Wir wählen den Weg, der östlich am Kufstein vorbei durch lockere Lärchenbestände zurück zur Stornalm führt. Dabei hat man Stoderzinken, Kammspitze sowie Grimming und die Gipfel der Niederen Tauern im Blick. Von unten leuchtet der tiefgrüne Grafenbergsee herauf.

Der weitere Abstieg verläuft am gleichen Weg wie der Anstieg. Wer seine Knie schonen will, kann steilere Bergab-Passagen auch auf der Forststraße umgehen.

Tourdaten: 15 km, Aufstieg/Abstieg je 1300 Hm, reine Gehzeit ohne Pausen ca. 6 Stunden.

Variante: Die Forststraße ist vom ehemaligen Gasthof Burgstaller bis zu ihrem Ende bei der Gsengwand zum Mountainbiken freigegeben („Storn Alm-Runde“). Die Tour kann so auch als Bike & Hike unternommen werden. Man bewältigt dabei etwa die Hälfte des Anstiegs (und Abstiegs!) per Rad. Die Steigung der Forststraße ist meist moderat, erst gegen Ende gibt es auch steilere Passagen.

Hinweis: Dieser Tourentipp wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Es gibt jedoch keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben. Die Situation kann sich durch Naturereignisse, Änderungen der Wegführung, Witterungsbedingungen etc. verändern. Das Begehen der Route erfordert Umsicht und alpine Erfahrung und erfolgt auf eigene Verantwortung. Eine Haftung des Autors für jegliche Unfälle und Schäden aller Art ist ausgeschlossen.